Sind Rassehunde gesundheitlich anfälliger als Mischlinge?

Rassehunde sind weder gesünder noch krankheitsanfälliger als Mischlingshunde. Der grundsätzliche Unterschied besteht darin, dass durch eine verantwortungsvolle Zucht das Risiko für bekannte rassetypische Erbkrankheiten minimiert werden kann. Bei Mischlingen lässt sich hingegen gar nicht vorhersagen, wie hoch das Risiko für den Hund ist, an einem bestimmten Leiden zu erkranken.

Zwei niedliche Hunde

Mischlingshunde sind im Vergleich zu Rassehunden nicht grundsätzlich gesünder. Die Annahme, dass Mischlinge aufgrund eines größeren Genpools weniger anfällig für Krankheiten sind und seltener in die Tierarztpraxis müssen, ist zwar weit verbreitet, aber nicht unbedingt korrekt. Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. bestätigt, dass die genetische Vielfalt bei Mischlingshunden zwar größer sein kann, dies jedoch keineswegs ausschließt, dass dennoch genetische Defekte auftreten können.

Die Häufigkeit bestimmter Krankheitsbilder bei Mischlings- und Rassehunden wurde in einer Studie aus dem Jahr 2015 untersucht. Dabei stellte ein britisch-australisches Forschungsteam fest, dass bei einigen der insgesamt zwanzig am häufigsten erfassten Erkrankungen reinrassige Hunde im Vergleich zu Mischlingen eine signifikant höhere Prävalenz aufwiesen. Zu den verbreiteten Krankheitsbildern, unter denen vor allem reinrassige Hunde litten, gehörten Fettleibigkeit, Hauttumoren sowie Gehörgangsentzündungen.

Die Studie zeigte aber auch, dass durchaus auch Mischlingshunde an genetischen Erkrankungen leiden können. Ein Mischlingshund ist auch nur so gesund wie seine Vorfahren und oft ist unklar, welche genetischen Veranlagungen er aus dem großen Genpool geerbt hat. Ist über die Vorfahren eines Hundes nichts bekannt, lässt sich daher nicht vorhersagen, ob der Hund an einer bestimmten Erbkrankheit leiden wird oder nicht.

Züchter und Zuchtvereine von Rassehunden bemühen sich ernsthaft um die Vermeidung bekannter Erbkrankheiten. Trotzdem könnten die Anfälligkeiten bestimmter Rassen für bestimmte Erkrankungen ein Grund dafür sein, dass sich das Bild, Rassehunde seien grundsätzlich häufiger krank als Mischlingshunde, gemeinhin durchgesetzt hat. Denn bei Mischlingen ist es deutlich schwieriger, statistisch auswertbare Daten zu bestimmten Krankheitsbildern zu bekommen als bei rassespezifischen Auswertungen.

Zusammenfassend lässt sich daher schlussfolgern: Rassehunde sind weder gesünder noch krankheitsanfälliger als Mischlingshunde. Der grundsätzliche Unterschied besteht darin, dass durch eine verantwortungsvolle Zucht das Risiko für bekannte rassetypische Erbkrankheiten minimiert werden kann. Bei Mischlingen lässt sich hingegen gar nicht vorhersagen, wie hoch das Risiko für den Hund ist, an einem bestimmten Leiden zu erkranken.

Komentare

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